FVA-24 a-d

Ab dem Winter 1979 beschäftigten sich einige FVAler mit einem großen Ärgernis der damaligen Segelfliegerei. Bei einem F-Schlepp musste das Schleppflugzeug das verwendete Schleppseil über dem Flugplatz abwerfen und zur Sicherheit eine weitere Platzrunde fliegen. Dann musste das Seil wieder befestigt werden und der nächste Start konnte rausgehen. Durch dieses Verfahren verlor man pro Start ca. zwei Minuten an Flugzeit der Schleppmaschine, was über den Tag einen nutzlosen Verlust von Starts und Sprit bedeutete. Um dieses Problem nun zu lösen, wurde die FVA 24 "Wickelmimik" kurz WiMi konstruiert.

Das Grundkonzept ist seitdem recht gleich geblieben. Ein Elektromotor treibt eine Trommel an, auf der das Schleppseil aufgerollt wird. Dieses wird durch Rohre im Rumpf geleitet und tritt an der Schleppkupplung im Heck wieder aus. Dort wird sie über einen Beschlag mit der Kupplung verbunden und ein Trichter schützt das Flugzeug vor Beschädigungen durch das Ringpaar am Seilende. Dabei sichert eine Elektromagnetkupplung das Seil vor ungewolltem Ausrollen. Die Bedienung der WiMi ist dabei denkbar einfach. Nach dem Ausklinken des Seglers muss der Pilot nur den Motor einschalten und das Seil wird aufgewickelt, da die Trommel sichtbar im Gepäckfach montiert ist, kann der Pilot über eine farbige Markierung erkennen, ob das Seil vollständig eingezogen wurde.
Die erste WiMi wurde 1981 fertiggestellt und in der Saison 1982 getestet. Dabei kamen dann die ersten Kinderkrankheiten ans Licht, die behoben werden mussten, so waren die GFK-Durchführungen im Rumpf nach 800 Schlepps, auch nach Verstärkung, verschlissen und wurden durch Aluminiumrohre ausgetauscht. Dazu kamen Leistungsprobleme mit dem Motor bei zu hohem Luftwiderstand, was dann, im Hinblick auf eine Serienfertigung, zu einer größeren Überholung der Anlage führte.

Aus den Problemen mit der FVA-24 a ergaben sich einige Verbesserungsvorschläge, die in der Entwicklung der FVA-24 b im Jahr 1983 mündeten. Zunächst wurde der schwache Motor der Version a gegen einen stärkeren ausgetauscht, wodurch, in Kombination mit neuen Werkstoffen, bereits genügend Leistung erreicht werden konnte, um die früheren Probleme zu beheben. Hinzu kam eine beträchtliche Reduzierung des benötigten Bauraums um ca. 30%. Zusammen mit dem sehr verschleißarmen Umgang mit dem Seil und der ersparten Platzrunde, bildete die WiMi damals schon einen beträchtlichen wirtschaftlichen und sicherheitstechnischen Vorteil gegenüber der Abwurfvariante.
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Nach der Fertigstellung der FVA-24 b 1983, wurde es lange Zeit ruhig um unsere WiMi, bis 2003 die nächste Generation eingeleutet wurde. Mitlerweile hatte es viele Veränderungen in der FVA gegeben, die einschneidenste sicherlich der Verlust der Audimax-Werkstatt und der Umzug in eine Ersatzwerkstatt. Während der Planungsphase der neuen Werkstatt kam dann die Entwicklung einer neuen WiMi-Generation auf, auch hier war das Ziel eine Gewichtsreduktion, um das System attraktiver zu machen. Nach dem Bau des ersten Prototypen wurde erstmals eine detailierte Dokumentation angelegt, um die teilweise vorhandenen Lücken bei den vergangenen Generationen in Zukunft zu vermeiden. Eine dieser Lücken stellte auch die Zulassungssituation dar, die zunächst als nicht geklärt galt und beim LBA erfragt werden musste. Dieses bestätigte dann jedoch die vollständige Zulassung der WiMi für das Muster G109 und sicherte so die Serienfertigung in Kooperation mit einer aachener Firma. Während die Seriennummern immer weiter stiegen, wurde auch diese Version der WiMi iterativ durch die Rückmeldungen der Schlepppiloten verbessert, bis die endgültige Fassung erreicht wurde.
2014 begann dann die neueste Generation unserer WiMi Gestalt anzunehmen. Nach dem weiten Fortschritt des Elektro-Projektes FVA-29, kam die Idee auf, die "alte" WiMi, FVA-24 c, mit dem gerade vorhandenen Wissen und der gewachsenen Begeisterung für den Elektroflug in diese neue Ära zu bringen. Das Gehäuse der Version c war zwar schon wesentlich besser, als die Urfassung der WiMi, aber noch immer hatten wir den Eindruck, dass es große Einsparmöglichkeiten gab. Dabei hoffen wir durch das geringe Gewicht auch UL damit ausrüsten zu können. Aktuelle Informationen zur FVA-24 d sind hier zu finden