ILA Berlin 2026

Veröffentlicht am 21.07.2026 von Julius Güttler

Ein Sub Scale Model (SSM) auf der ILA Berlin 2026 präsentieren: So lautete das hochgesteckte Ziel für das FVA 30 Team in den vorlaufenden Monaten zu dieser internationalen Luftfahrtmesse, eine der größten der Welt. Projektleiter Benjamin “Pflaume” Bürger spannte in der letzten Etappe jede verfügbare Arbeitskraft ein, sich selbst mit eingeschlossen, um das Konzept Wirklichkeit werden zu lassen.

In echten “Nacht- und Nebelaktionen” wurde so ein Modell zurechtgefräßt, laminiert, 3D-gedruckt, geschliffen, lackiert und womöglich auch ein wenig gemumpt. Nach dieser kraft- und ausdauerraubenden Leistung des ganzen SSM-Teams war das Gelächter umso größer, als am Dienstag um 2 Uhr morgens, wenige Stunden vor der Abreise, die beiden Flügel nicht zueinander passten. In aller Frühe ging es dann für die besonders ehrgeizigen Mitglieder gen Osten samt Anhänger von unserem alten Herrn Ecki, ohne den das Ganze unmöglich gewesen wäre. Großer Dank dafür an dieser Stelle! Dann war es endlich so weit: Ein strahlend weißes Modell – zwar ohne Außenflächen, aber dennoch sehr elegant – auf einem schwarzen Podest und sogar mit einem informativen Roll-Up. Abends konnte dann das Pegasus Hostel bezogen werden, in nächster Nähe zum Alexanderplatz gelegen und so konnten sich die tapferen Repräsentanten der Akafliegs Aachen und Karlsruhe endlich mal wieder etwas Schlaf gönnen.

Als am Morgen es doch alle schafften, trotz Protestaktion das Messegelände am Flughafen BER mit verschiedensten Verkehrsmitteln zu erreichen, erbot sich allen Ausstellern und Fachbesuchern gleich eine beeindruckende Show der fliegenden Kräfte der Bundeswehr inkl. Teebeutel Luftlandeoperation, gefolgt von der offiziellen Eröffnung mit dem Besuch des Bundeskanzlers. Danach startete direkt der Airbus A350-1000 zu ein paar waghalsigen Manövern, oft so langsam wie ein Luftschiff. Anschließend wurde dann das Static Display erkundet, ein Potpourri aus allen möglichen und unmöglichen Luftfahrzeugen der führenden Unternehmen der Luftfahrtbranche. Da lief man auch der einen oder anderen bekannten Persönlichkeit über den Weg, wie z.B. dem Sprecher vieler großer Airshows, Tim Callaway, der sein Interesse an einer Zusammenarbeit kundtat. Insgesamt bekam man den Eindruck, dass die Idaflieg auf der ILA Berlin sehr gern gesehen ist.

Leider mussten die Besucher dieses Mal sowohl auf die AWACS der NATO als auch auf ein größeres Display der United States Air Force verzichten, die jeweils aus operativen Gründen verhindert waren. Für gute Stimmung war dennoch gesorgt: Auf die traditionelle AWACS-Party musste nämlich niemand verzichten. Man munkelte sogar, dass das am Flugprogramm gesparte Kerosin kurzerhand in Freibier investiert wurde. So bot sich in lockerer Atmosphäre die Gelegenheit zum Austausch mit einigen Piloten der Luftwaffe.

Nach diesem vielversprechenden Auftakt ging es die nächsten Tage nicht weniger spannend weiter: So gab es fast jeden Tag spektakuläre Flugshows, abhängig von der sehr wechselhaften Witterung. Das Highlight war dabei wohl für viele die besonders geräuschvollen Flying Displays der Eurofighter und Tornados, die mit ihrer Leistungsfähigkeit nicht nur den Himmel, sondern auch die Herzen der Zuschauer erobern konnten. Aber auch einige Hubschrauberpiloten stellten ihr Können unter Beweis, sodass sich wohl das Bedürfnis nach luftigen Höhen bei einigen FVAlern derart verfestigte, dass wir unseren Benjamin “Staubfee” Willnat eines Abends in einem Baum wiederfanden.

Am Donnerstag erhielten wir noch ganz besondere Einblicke durch unseren alten Herrn Köpi im Saab Chalet, wo wir in die neuesten Entwicklungen der Radartechnik eingeweiht und nebenbei noch reich beschenkt wurden – allgemein wurde auf der ILA mit Werbegeschenken nicht gegeizt. Später am Abend ließen es sich die FVAler dann auch noch in der Diehl VIP-Lounge bei kostenlosem Aperol besonders gut gehen.

Die ILA bot aber noch weit mehr Spektakel: Das “neue”, sehr geräumige Transportflugzeug A400M der Luftwaffe beeindruckte nicht nur im Static Display, sondern ließ durch den charakteristischen Sound im Über- bzw. Kunstflug auch akustisch keinen Zweifel an der Leistungsfähigkeit. Die militärgrauen Flugzeuge ließen auch bald ein echtes “Top Gun Feeling” in den Besuchern aufsteigen. So wurde unter dem Einfluss von Alkohol versucht, einen Wachmann mit pinker Sonnenbrille zu überreden, den doppelten Zaun um die amerikanische F-35A für die FVAler zu öffnen, was aus ungeklärten Gründen kläglich scheiterte. Also musste man sich mit dem Cockpit des F-35A Mock-Up begnügen: Ein großer Touchscreen und ein Hands on Throttle and Stick (HOTAS)-System. Ebenso Platz nehmen durfte man auch im alten Tornadocockpit, in dem es noch sehr analog zuging, im Eurofighter Mock-Up und auch in den Kampfhubschraubern Tiger und H145, wobei letzterer erst vor zwei Wochen das Airbuswerk verlassen hatte. Am Ende der Fachbesuchertage ließ es die Bundeswehr mit einer A400M Party noch einmal richtig krachen, worauf sich der letzte noch im Einsatz befindliche Airbus Beluga ST auf der Messe einfand, welcher 2027 außer Dienst gestellt werden soll. Das Rangieren zum zugewiesenen Ausstellungsplatz erwies sich als besonders anspruchsvoll, sodass mehrere Anläufe nötig waren.

Am Samstag kam es dann dank Johanna “Jo” Engel zu einem besonderen Einblick in den nicht öffentlichen Hangar 7 des Militärhistorischen Museum der Bundeswehr am Flugplatz Berlin-Gatow. Dort steht unter anderem der erste fliegende Prototyp des Panavia Tornado – teilweise zerlegt, sodass man den Schwenkmechanismus für die variable Pfeilung der Tornadoflügel eingehend studieren konnte. Anschließend wurde bei freiem Eintritt noch der öffentliche Teil des Museums erkundet, welcher viele historische Artefakte der deutschen Luftfahrt enthielt. Nach der einen oder anderen Bratwurst ging es dann während eines Unwetters zurück zur ILA, wo sich alle unter dem schützenden Dach beim benachbarten Gin-Stand tummelten. Wegen der häufigen Schauer zogen sich die Besucher an den letzten Tagen in Messehallen zurück, wo zahlreiche Firmen um Kunden und Mitarbeiter warben. Am Abend ging es wie selbstverständlich in die exklusive BDLI Lounge, wo es neben anderen Speisen auch Erdbeercrumble mit ordentlich viel Sahne und Wein zu genießen gab. Dabei kam es dann zu angeheiterten Gesprächen mit Piloten der Flugbereitschaft der Bundeswehr und Persönlichkeiten aus der Luftfahrtindustrie, z.B. einer Chefrecruiterin, die gleich ein paar Jobangebote machte.

Am Sonntag klärte es dann wieder auf, sodass jeder noch die bisher vernachlässigten Ausstellungsstücke aufsuchen und mehr Merch einsammeln konnte. Zum Abschluss wollten es die Display-Piloten noch einmal richtig wissen, als zunächst “Jamie” von der spanischen Ejército del Aire die Regularien Regularien sein ließ und den Eurofighter fast bis auf Baumwipfelhöhe kurvte, direkt gefolgt von “Bookie” der Deutschen Luftwaffe mit einem donnernden Abschlussdisplay. Bevor sich die Besucher dann ein letztes Mal Richtung Ausgang begaben, gab es noch eine nette Überraschung als ein Tankflugzeug der NATO mit je zwei Eurofightern und Tornados einen Formationsüberflug absolvierte. So galt es nur noch abzubauen und alles bei nächtlicher Fahrt nach Aachen zurückzubringen.

Die ILA Berlin 2026 hat uns alle inspiriert, neu motiviert und wohl auch ein wenig alkoholisiert und wir sind gespannt in Erwartung auf zukünftige Gelegenheiten, unser Projekt zu präsentieren.